Inspiration

von Jurek Kraus

Auferstehung, Frohe Ostern

29. März 2021

Mindestens zweimal im Jahr hat jeder die Gelegenheit etwas oder alles neu anzufangen. Alles, bedeutet nicht unbedingt den Job zu kündigen, sich scheiden zu lassen, auswandern etc., sondern aus der eigenen Mitte heraus zu handeln. Das erfordert Vorbereitungen wie z.B. Selbstbeobachtung, Beobachtung der Menschen, Natur, Kontemplation und Meditation.

Eine weitere Voraussetzung ist die Fähigkeit zu besitzen, die Sinne von äußeren Objekten zurückzuziehen. Den meisten Menschen fällt es sehr schwer sich auf etwas bestimmtes zu konzentrieren ohne dafür in irgendeiner Form belohnt zu werden. Wenn man als Europäer eine schwierige Sprache wie chinesisch oder japanisch lernt, erfordert dies sehr viel Konzentration, wenn man sie beherrscht, wird man nicht nur mit neuen Freundschaften belohnt, vielleicht steht danach eine interessante und gut bezahlte Arbeit in Aussicht.

Mit der Sprache bedienen wir uns um miteinander zu kommunizieren. Sie kann jedoch ebenso für die Selbstkommunikation verwendet werden. Eine höhere Form davon ist die Wiederholung eines Mantra. Dabei handelt es sich um die Schwingungswahrnehmung, die jenseits des Verstandes liegt und von ihm unberührt bleibt. Für diese Kommunikationsform benötigen wir keine vom menschlichen Geist strukturierte und im Laufe der Geschichte ständig veränderte Sprache.

Swami Satyananda Saraswati schrieb in seinem Buch „Yoga Nidra“, dass die Stimme des Lehrers, keine große Bedeutung habe, weil die Kommunikation während der Übung auf einer anderen Ebene stattfindet. Er meinte die Schwingungsebene. Auch wenn man eine Sprache gar nicht versteht, findet eine Kommunikation auf dieser Ebene statt, man muss nur offen dafür sein. Die meisten Tiere, erkennen die Absichten eines Menschen, ohne verbale Kommunikation. Die Menschen dagegen legen zu viel Wert auf die Form und verschiedene Bergleitungsfaktoren während einer Kommunikation und infolgedessen verkennen sie oft den Inhalt, oder werden zum Opfer von Manipulationen und Propaganda.

Die Lehre von Jesus Christus wurde ebenso wie die Offenbarungen anderer Avatare, für diese Zwecke missbraucht und missverstanden.

Der Mensch kreiert Gott und Religionen nach seinen Vorstellungen, die von seinem Wissensniveau, historischer, kultureller und sozialer Entwicklung abhängen. Es gibt noch weitere Faktoren, einer davon ist die Absicht. Jede Absicht deren Grundlage nicht die Liebe ist, ist ein Missbrauch und dessen Frucht – ein verfälschter Glaube. Liebe lässt sich von Menschen die an sie nicht glauben ebenso gut verfälschen, wie von denen, die vom Ego geleitet werden, dessen analytischer Verstand nichts außer Bewertung und Kalkulation kennt.

Ein weiterer Faktor der die Kommunikation erschwert oder sogar unmöglich macht, ist die Gier. In einem Lehrbuch des Ayurveda kann man folgenden Satz lesen:„Sehr viele Menschen leben nur dafür, um ihre Rechnungen zu bezahlen.“ Je mehr Konsum, je teurer, ausgefallener, verschwenderischer, desto höher ist der globale Preis, den auch den ärmsten leisten müssen.

Es ist wirklich bedauerlich, dass es nach so vielen Epochen der Unterdrückung ebenso wie Aufklärung, die Gier einiger Menschen so großen Einfluss auf das Leben und die Selbstbestimmung anderer Menschen und selten ganzer Völker nimmt. Die Wirtschaft bekriegt sich, die Parteien, die Länder und einzelne Menschen konkurrieren miteinander. Wir leben in einer unfriedlichen Welt und wollen alles bekämpfen was unseren Unfrieden stört. Weil wir im Unfrieden leben, müssten wir mehr für den Frieden tun, weil nur der Frieden die Lösung des Problems ist. Stattdessen pflegen wir weiterhin den uns vertrauten Unfrieden. Sogar den Viren haben wir letztes Jahr den Krieg erklärt und hoffen, ihn zu gewinnen, der Gegner scheint aber unsere Schwächen besser zu kennen als wir seine und ist uns (bis jetzt) immer einen Schritt voraus.

Bis jetzt wurde kein einziger Krieg gewonnen, es gab immer nur die Toten, Verstümmelten, Unglücklichen, Rache suchenden etc. Konkurrieren wie die Tiere es tun um ein Leittier einer Horde zu werden, töten des Nachwuchses des besiegten Leittiers, ist genau das was der Mensch im Großformat als Krieg, Unterdrückung, Ausrottung etc. auf diesem Planeten treibt. Das Einzige was ihn dabei von den Tieren unterscheidet, sind seine Möglichkeiten, die er jedoch nicht nutzt, nicht der Trieb. Hier ist der Mensch nicht lernfähig geworden, hier ist er weniger als ein Tier. Wie soll er also die Liebesbotschaften des Universums verstehen, wenn er im Kampf – Flucht Mechanismus gefangen steckt. Und dieses Gefängnis wird immer größer, denn die Welt wird gefährlicher. Wer ist die Welt? Jeder von uns.

Einige Menschen forschen, andere betätigen sich künstlerisch, sie versuchen in ihrem Bestreben sich selbst in dem Chaos zu finden, ihre Existenz erforschen und sie durch ihre Werke zum Ausdruck zu bringen. Wenn sie sehr talentiert sind, oder die Umständen es ihnen erlauben, werden sie bekannt. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie zu besseren, friedlicheren, liebenden Menschen geworden. Wer wirklich liebt, lebt auch heutzutage nicht weniger gefährlich als zu Jesus Zeiten. Weil Liebe in der Welt voller Angst und ihrer Ausprägungen der Gier und Gewalt, eine Provokation ist, werden Liebende immer verfolgt werden. 

Die öffentliche Meinung ist eine Angst- Meinung, die Politik ist eine Mischung aus Angst-Gier- Propaganda und Aggression. Egal wo man lebt, wird man entweder zum Opfer oder zum Täter, und jeder Täter kann wiederum zum Opfer werden, wenn sich die Umstände ändern. Auch wenn jemand in einem Urwald friedlich lebt, in einer Hölle für den Frieden meditiert, oder sich gegen Waffenproduktion in eigenem Land einsetzt, wird er oft jenseits der Landesgrenzen nur aufgrund seiner Nationalität, Religion, Rasse, Sprache, Hautfarbe für den Freund oder Feind betrachtet und behandelt.

Die Auferstehung bedeutet mit allen Zugehörigkeiten, Abhängigkeiten, Anhaftungen zu brechen, nicht mehr dem begrenzten, beängstigten Verstand zu folgen, sondern der höheren Kraft des Universums vertrauen und das Unmögliche für möglich halten um es zu realisieren.

 

 

Über uns

Yoga bedeutet für uns weit mehr, als Körperübungen um Kraft und Flexibilität zu trainieren.

Durch die Verbindung von Körper, Atem und Geist wird der Weg zum Wiederfinden des Selbst als Ursprung gelegt. Als Yogalehrer bemühen wir uns anderen Menschen zu helfen, in ihre eigene Kraft zu kommen und dort zu bleiben.

Zum Yoga gehört auch Naturverbundenheit, ein ethisches Leben, Selbstbeobachtung und Reflexion in der persönlichen Weiterentwicklung.

Unsere neusten Beiträge