Inspiration

von Jurek Kraus

Weihnachten und Neujahr

18. Dezember 2020

Dieses besondere Weihnachten und der Jahreswechsel sind eine gute Gelegenheit um nachzudenken, was Eigentlich der Sinn und das Ziel der Existenz ist. Gibt es überhaupt einen Sinn? Wenn ja, dann müsste es auch bestimmte Aufgaben für jeden Einzelnen geben. Die Aufgaben kann man jedoch schnell verfehlen, wenn das Leben nicht als eine Lern- und Erfahrungsmöglichkeit wahrgenommen wird. Im anderem Fall, werden die einzelnen Lebensaufgaben entweder gar nicht erkennbar, oder fälschlich interpretiert, weil sie nicht aus dem Zentrum des Selbst, sondern der Peripherie betrachtet werden. Während das Zentrum fähig ist, alles unmittelbar zu erkennen, ist die Periphere in jeder Hinsicht begrenzt, die Grundlage ihrer Interpretationen sind Analyse und Zufall. Die letztere existiert jedoch nicht im Universum, in dem eine vollkommene Ordnung herrscht und absolut nichts zufällig entstehen oder vernichtet werden kann, denn alles ist miteinander verbunden. Wenn die Erkenntnis fehlt, entsteht die Gewalt, augenblicklicher Freude folgt lange Trauer, der Euphorie eine Depression, dem Frieden der Krieg.

Durch die Art und Weise wie wir miteinander umgehen, was wir denken, jetzt die Adventszeit und danach das Fest verbringen, setzten wir nicht nur Akzente, sondern Energie in Bewegung, die hell oder dunkel ist, heilsam oder verletzend. Das Weihnachten erinnert uns daran, dass in jedem Wesen Gott lebt. Nicht ohne Grund ist Jesus Christus in einem Stall, umgeben von Schafen und einem Esel, geboren. Erst später kamen die bescheiden lebenden Menschen als Hirten zu ihm, und Tage danach die wohlhabenden Weisen (drei Könige). Die Art wie heutzutage (in diesem Jahr nur Zuhause) das Fest und in der Vorweihnachtszeit oft gefeiert wird, erinnert mich an die indische Definition der Geistes: „ … ein springender, betrunkener Affe, der von einer Wespe gestochen wurde.“ Die meisten Menschen definieren sich jedoch selbst als Körper und Verstand/Geist. Gott ist also im Stall unter den Tieren sicherer als unter den Menschen, solange der menschliche Geist keinen Appetit auf einen Lammbraten hat. Und tatsächlich wird das Symbol Gottes in vielen Restaurants und Häusern zu Ostern auf dem Teller serviert, der Fisch – ein weiteres Symbol, wird am Heiligen Abend gegessen.

Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt.“ (Joh.1,29 )

Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen“ (Mat. 4.19).

Falls du dich nicht fleischlos ernährst, beantworte Dir selbst folgende Frage: Was ist wichtiger für mich, Freiheit oder Fleisch? Ersteren wurdest du in diesem Jahr beraubt, es bleibt dir keine Wahl. Wenn du aber darauf, was noch übrig geblieben ist verzichtest, gewinnst du jetzt schon und künftig noch mehr Freiheit, saubere Luft, reines Wasser, gesundes, pestizidfreies Obst, Gemüse und Getreide, keine Pandemien und Kriege mehr, etc. Das ist keine Utopie. Etwas was von der Menschheit noch nicht realisiert wurde, muss jetzt realisiert werden, dem vierundneunzig jährigen Benediktiner David Steindl Rast folgend „Die Zukunft der Menschheit wird nicht nur vegetarisch sondern vegan sein, oder wir haben keine Zukunft.“

Wenn dir also das Wintersteak und die Weihnachtsgans wichtiger sind als Gesundheit und Frieden für alle Erdbewohner, dann bleibe Zuhause, bestelle mehr Pizzas, Chips und Cola und glaube, dass eine Impfung alle Probleme lösen wird; vielleicht ein Teil davon, aber nur bis zur nächsten Pandemie.

Was mich anlässlich des Weihnachtfestes sehr freut, sind Ideen wie der Verkauf von Tannen in den Blumentöpfen, oder Bäumchen die man für die Festtage mieten kann. Wenn man später die gekauften Tannen keiner Schocktherapie unterzieht und nicht aus dem auf 20°C und mehr aufgeheizten Zimmer direkt in den Wald, sondern zuerst zum Abkühlen in den Kehler bringt, überleben dieses Prozedere die meisten.

Freue Weihnachten und ein gesegnetes neues Jahr 2021

Deutscher Text in der Heiligen Messe:

Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt, erbarme dich unser.
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt, erbarme dich unser.
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt, gib uns deinen Frieden.

Früherer deutscher Text in der Totenmesse:

Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt, gib ihnen die (ewige) Ruhe.

Deutscher Text in der Fassung der lutherischen Messe:

Christe, Du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser.
Christe, Du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser.
Christe, Du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, gib uns deinen Frieden, Amen.

Über uns

Yoga bedeutet für uns weit mehr, als Körperübungen um Kraft und Flexibilität zu trainieren.

Durch die Verbindung von Körper, Atem und Geist wird der Weg zum Wiederfinden des Selbst als Ursprung gelegt. Als Yogalehrer bemühen wir uns anderen Menschen zu helfen, in ihre eigene Kraft zu kommen und dort zu bleiben.

Zum Yoga gehört auch Naturverbundenheit, ein ethisches Leben, Selbstbeobachtung und Reflexion in der persönlichen Weiterentwicklung.

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